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Äste, Zweige und Ruten sind drei Begriffe, die als Ausgangsmaterial mit der Herstellung von Faschinen in Verbindung gebracht werden. Um den heutigen Stand der Technik besser darstellen zu können, muss zunächst eine Beschreibung der typischen Produkte und Bausysteme, welche als Ausgangsmaterial aus Astwerk und Zweigen bestehen, beschrieben werden. Es erfolgt nachfolgend auch eine kurze Beschreibung des „Umfeldes“, um die Bautechnik mit Faschinen als integriertes System des Erosionsschutzes und der Böschungsstabilisierung in der terrestrischen und wasserbaulichen Anwendung darzustellen.
Zum Schutz gegen Erosion und Rutschungen an Abtragsböschungen sowie geschüttete und natürliche Böschungen werden seit Jahrhunderten Astwerk und Zweige verwendet. Gem. der DIN 18918 (nachfolgend nur DIN genannt) müssen diese Äste mindestens 1m lang und verzweigt sein. Diese Bauweisen und -techniken haben sich über einen längeren Zeitraum anwendungstechnisch verfeinert und verändert. Häufig genannte Bauweisen und -systeme die in verschiedenen Schriften rund um die Ingenieurbiologie, dem naturnahen Erd- und Wasserbau beschrieben werden, sind: - Buschlagen
- Spreitlagen
- Faschinen
- Flechtzäune
- Flechtlahnungen
- Röhrichtwalzen
- Schotterwalzen
- Rauhwalzen
Diese Produkte/Baustoffe und Bauweisen dienen der Böschungsfußsicherung, bzw. dem flächigen Erosionsschutz z.B. gegen Angriffe des fließenden und wellenschlagenden Wassers. Weiterhin soll die Etablierung von eingebrachter Vegetation unterstützt werden, offene Böden ohne Vegetation geschützt und z.B. gewaltige Erosionen nach Gewitterregen verhindern werden. Der Erfolg der Schutzmaßnahme hängt häufig vom sofortigem Einbau nach Beendigung der Erdbauarbeiten ab. Nur so kann eine Schutzwirkung bis zum wirksam werden einer eingebrachten Vegetation übernommen werden.

 - Armaflor™ Kokosfaschinen als Böschungsfußsicherung
 - Die Entwicklung des schützenden Röhrichtsaumes nach zwei Jahren
Alle o.e. Systeme und Bauweisen verbindet die Verwendung von Ästen & Zweigen. Diese können aus nicht mehr austriebsfähigem Material (sog. Totholz) oder aus austriebsfähigem Material (sog. Lebendholz, häufig Weiden/Salix-Spezien) sein. Ergänzend oder alternativ können ggf. sog. Steckhölzer gem DIN aus ein- oder mehrjährige Triebe mit 1-5cm Durchmesser und einer Länge von 25-40 cm ( in Ausnahmefällen auch bis 80 cm Länge ) verwendet werden.
Einbau von ArmaFlor® Kokosfaschinen zur temporären Begrünung einer Zufahrtstraße:
Kommen wir zur praktischen Umsetzung der bisher beschriebenen Produkte und deren entsprechende Handhabung. Die praktische Umsetzung der technischen Vorgaben und der entsprechenden DIN-Vorschriften ist häufig anders als die theoretischen Vorgaben. Die DIN 18918 basiert im Grundsatz auf technischen Vorgaben aus dem Jahr 1973 und früher. Die Änderungen der letzten 3 Jahrzehnte sind primär Verweise auf andere Regelwerke. Neben der sehr knappen Begriffserklärung werden häufig sehr allgemeine Vorgaben gemacht: z.B. werden lebende Faschinen nur mit einem Mindestdurchmesser von 15 cm und einer Länge von mindestens 4 m festgelegt. Diese sind im „Regelfall“ alle 50 cm mit „dickem“ Draht zusammengebunden. Wie man hieran erkennen kann, ist diese Vorgabe recht pauschal und nicht sehr hilfreich bzw. durch praktische Erfahrungen überholt. Es hat faktisch keine Weiterentwicklung vieler Spezifikations- und Leistungsverzeichnistexte gegeben. Häufig werden Texte, die mehrere Jahrzehnte alt sind, verwendet. Der „ Kopiereffekt“ von LV-Texten führt zu einer Vervielfältigung falscher oder veralteter und unvollständiger Texte. Die Produktion von Faschinen beschränkt sich häufig auf das Zusammenbinden von Ästen, ohne die vorgenannten Qualitäts- und Selektionsmerkmale. Im Juli werden Faschinen aus „lebendem“ Material eingebaut, die Enden sind kleiner als der herzustellende Durchmesser usw.. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde verstärkt mit diesen Techniken und Systemen gearbeitet. Es gab wenige oder keine Alternativen, die Bautätigkeiten waren regional begrenzter und der Siedlungsdruck war deutlich geringer. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Notwendigkeit von verbesserten und haltbareren Methoden und Techniken erkannt, jedoch hauptsächlich mit „harten“ Lösungen (Beton, Stahl, Asphalt usw.) gearbeitet. Eine gewisse Wende brachten die siebziger und achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, da man sich wieder verstärkt der alten Bauweisen und Systeme erinnerte. Dazu trugen auch die ersten Informationen und Erfahrungen bei, die man bzgl. der „harten“ Systeme machte und deren Schwächen man allmählich erkannte. Die Ingenieurbiologie wurde jedoch teilweise nur als Fortführung der alten Bautechniken verstanden. Die bisherigen Darstellungen zeigen auf, dass eine Weiterentwicklung der bisherigen Technologien, Produkte und Systeme erforderlich ist. Die Einheitlichkeit, kontinuierliche Verfügbarkeit, gleich bleibende Qualitäten und einfache Handhabung der Materialien bei Transport & Einbau sind wichtige Zielsetzungen der Weiterentwicklungen unseres Unternehmens. Maximale Standzeiten, trotz biologischem Abbau, Umweltverträglichkeit und die Schaffung optimaler Etablierungsmöglichkeiten von Vegetation gerade im aquatischen Bereich sind weitere Ziele an die Produkteigenschaften der Armaflor® Produkte.
 - Armaflor™ Totholzfaschinenfaschinen
 - Armaflor™ Ecoblock Typ VF-Q
 - Einbau von Armaflor® Vegetationsfaschinen in Glückststadt
 - Einbau von Armaflor® Vegetationsfaschinen in Glückststadt
Böschungssicherung an einem Weg in Mecklenburg-Vorpommern: Einbau von 700 m ArmaFlor® Böschungsfaschinen, Typ BF200-M (gefüllt mit Miscanthus-Häckselgut) und BesFix® Stahlhaften:
 - Detailansicht BF 200-S (Stroh)
 - B-200-S in einer Länge von 3m
Als Alternative für den Bau von Rautenflechtwerken, Eco bzw. Geo-Zellen bietet sich das Flechtwerkband an. Hieraus kann mittels Pflöcken oder Stahlhaften ein Sicherungszaun auch auf steileren Böschungen hergestellt werden. Die Pflöcke / Stahlhaften werden lotrecht und standfest in den Boden eingeschlagen und das Flechtwerkband an der Hangseite des Pflockes, z.B. mittels Krampen bzw. bei den Stahlhaften mittels Draht oder Kabelbindern am oberen und unteren Rand befestigt. Auch Heftklammern können hierfür bei Verwendung von Holzpflöcken verwendet werden.
Aus dem Flechtwerkband werden sogenannte Geo-/Ecozellen hergestellt, wahlweise in Feldgröße 0,5 x 0,5 m (im Standard für eine Böschungszeigung 1:3 und steiler) oder in Feldgröße 1 x 1 m (für eine Böschungsneigung flacher als 1:3). Die Berechnung der laufenden Meter ist aus unserem Katalog ersichtlich.
Dünenschutz mit Flechtwerkband, seit mehr als zwei Jahren im Einsatz:
Einbau von Inseln in einem Gewässer mittels ArmaFlor© Kokosfaschinen:
Negativbeispiel: Die Verwendung von Billigimporten mit Naturnetz führt schon während der Einbauphase zu entsprechenden Schäden der Ffaschinen, die dadurch ihre Funktion verloren haben.

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